Was uns besonders macht

Individualisierte Medizin: Das individuell abgestimmte Therapieprogramm

Die therapeutische Arbeit in der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen integriert psychodynamische und verhaltenstherapeutische Ansätze und erfolgt sowohl im Einzelgespräch als auch in der Gruppe. Im Rahmen einer individuellen Behandlungsplanung auf der Grundlage von Vorgesprächen und Vorbefunden wird entschieden, ob eine der verhaltenstherapeutischen störungsspezifischen Basisgruppen oder eine interaktionelle störungsübergreifende Gruppe zielführend ist. Für die Einzelpsychotherapie wird im Sinne der individualisierten Medizin eine bestmögliche Passung zwischen Indikation auf der Seite des Patienten und psychotherapeutischer Expertise auf Therapeutenseite erzielt. Bei diesen Planungen im Vorfeld kommen selbstverständlich auch die Begleiterkrankungen und die aktuellen Lebensumstände und –ziele zum Tragen. So ermöglichen wir ein individuell abgestimmtes Therapieprogramm ab dem ersten Tag.

Mediengestützte Behandlung: Digital Detox & Virtual Reality Exposition

Die Psychosomatik hat sich frühzeitig mit den Chancen und Risiken digitaler Medien beschäftigt. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass die digitale Revolution unausweichlich ist und zum Nutzen des Menschen gestaltet werden kann. Zu diesem Zweck werden wir nicht nur die Möglichkeit zu Digital Detox bieten, sondern auch digitale Technologien in der Psychotherapie einsetzen. Dafür wird ein besonderer Medienraum eingerichtet, in dem Virtual Reality Techniken zum Einsatz kommen, die beispielsweise bei der Expositionstherapie von Menschen mit Angsterkrankungen und posttraumatischen Belastungsstörungen genutzt werden. Außerdem können dort Menschen mit missbräuchlicher Internetnutzung einen funktionalen und damit gesunden Umgang mit Computern (wieder)erlernen. Zudem werden Vor- und Nachgespräche zur stationären Behandlung im Rahmen eines sicheren telemedizinischen Videokonferenzsystems geführt. Dies hat sich unter anderem in dem von Dr. te Wildt ins Leben gerufenen und vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Online-Ambulanz Service für Internetsüchtige (OASIS) bewährt.

Kultur-, natur- und tiergestützte Therapieangebote: Umfassende Achtsamkeit

Neben Kunst- und Musiktherapie sowie körpertherapeutischen Ansätzen in Bewegungs-, Tanztherapie und Sport erfolgen achtsamkeitsbasierte Herangehensweisen auch im Rahmen von natur- und tiergestützten Behandlungsarten. Über den therapeutischen Rahmen hinaus soll das Erleben von Kultur und Natur auf dem Klostergelände wie auch in Dießen zu einem umfassenden Programm der Klinik gehören. Hierzu gehören zum Beispiel therapeutische Ansätze, die Achtsamkeit für die Sinneswahrnehmung fördern, wozu ganz konkret auch die Beteiligung am kulturellen Programm mit Lesungen und Konzerten sowie an der Pflege des Klostergartens gehört. In diesem Zusammenhang ist auch die Anwendung wissenschaftlich fundierter tiergestützter Psychotherapie zu nennen. Diese erfolgt unter Hinzuziehung der im Kloster Dießen beheimateten Schafherde, aber auch der Einsatz von Reittherapie und eines Therapiehundes sind geplant.

Ein neues Verständnis von Stresserleben und Konflikten: Arbeitszeit als Lebenszeit

Es erscheint uns als wichtig, die gängigen Vorstellungen und Begriffe, die wir von unserem Verhältnis zwischen Arbeitsleben und Privatleben haben, in Frage zu stellen. Entgegen des Begriffs Work-Life-Balance ist Arbeitszeit auch Lebenszeit und sollte auch deshalb erfüllend, freudvoll und sinnstiftend gestaltet werden. Stress macht nicht notwendigerweise krank, sondern kann als positiver Stress auch beflügeln. Manche depressive Menschen leiden nicht im Sinne eines Burnout unter ihren Arbeitsbedingungen sondern vielmehr unter einem sogenannten Boreout, einer krankmachenden Langeweile und Sinnentleerung. Und Konflikte sind nicht immer gleich Anzeichen einer Mobbingsituation, in der Täter- und Opferrollen eindeutig verteilt sind. Auseinandersetzungen gehören zu jedem Entwicklungsprozess, sei es nun für ein Individuum oder eine Organisation. Auch Psychotherapie kommt nicht ohne eine kritische Auseinandersetzung mit sich und dem Anderen, den Therapeuten und Mitpatienten, aus. Dazu gehört es auch, eingefahrene Haltungen und Zuschreibungen sowie die dazugehörigen Begriffe in Frage zu stellen, wenn sie einer befreienden Weiterentwicklung im Wege stehen.