Medizinische Versorgung

Die Psychotherapie steht als zentraler Behandlungsansatz der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen ganz im Vordergrund. Voraussetzung für eine gute psychosomatische Behandlung ist allerdings die bestmögliche medizinische Versorgung auch im somatischen Sinne. Bevor Patienten stationär aufgenommen werden, werden alle relevanten medizinischen Befunde eingeholt, um sicher zu gehen, dass keine somatische Erkrankung unentdeckt und keine körpermedizinische Erklärungsmöglichkeit für die Symptome unabgeklärt bleibt. In Einzelfällen allerdings – insbesondere wenn die ambulante Diagnostik am Ende ihrer Möglichkeiten, eine körperliche Ursache für das Geschehen weitestgehend auszuschließen und eine psychische Ursache wahrscheinlich ist – kann auch eine Aufnahme zu diagnostischen Zwecken sinnvoll sein.

Für die Patienten finden wöchentlich medizinische Sprechstunden statt, in denen es auch um medikamentöse Fragestellungen der Behandlung geht. Auch im Rahmen der ärztlichen Visiten und Besprechungen werden die körperlichen Aspekte regelmäßig thematisiert. Wenn es im Verlauf von stationärer Diagnostik und Therapie zu einer körperlichen Neuerkrankung beziehungsweise Komplikation kommt, kann auf ein Netzwerk von hervorragenden Kliniken und entsprechenden Konsiliardiensten zugegriffen werden, dies insbesondere im Rahmen der Inneren Medizin, Neurologie und Schmerzmedizin in Kooperation mit weiteren Kliniken der Artemed Klinikgruppe am Starnberger See: dem Benedictus Krankenhaus Tutzing und dem Benedictus Krankenhaus Feldafing.

Für psychiatrische Fragestellungen wird eine intensive Kooperation mit dem Klinikum Landsberg am Lech für Psychiatrie und Psychotherapie hinsichtlich eines psychiatrischen Krisen- und Notfallmanagements angestrebt. In akuten psychiatrischen Krisen mit Eigen- oder Fremdgefährdung kann eine entsprechende Verlegung dorthin erfolgen. Allerdings besteht eine ausgesprochen gute eigene psychiatrische Expertise im Hinblick auf Diagnostik und Psychopharmakotherapie im Haus. Die Verwendung von Psychopharmaka wird auf der Grundlage wissenschaftlicher Standards erfolgen (EBM), dies auch unter Hinzuziehung des pharmakotherapeutischen Interaktionsprogramms mediQ und der bewährten Zusammenarbeit mit dem Institut für Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie (AMSP).

Für einzelne Konsile können die Patienten mit einem klinikeigenen Shuttle-Service in die entsprechenden Kliniken und Praxen gebracht werden. Für regelmäßige konsiliarische Tätigkeiten, insbesondere von Internisten, Schmerzmedizinern und Physiotherapeuten, werden Räume mit entsprechender Ausstattung in der Klinik selbst zur Verfügung gestellt. Die vor Ort arbeitenden Kolleginnen und Kollegen mit psychiatrischer und internistischer Facharztausbildung nehmen im Rahmen von Kurvenvisiten auch eine medizinische supervisorische Funktion ein, um für die bestmögliche und sichere Pharmakotherapie für die Patienten zu sorgen. Auf allen Stationen finden sich Arztzimmer, in denen die körperlichen Aufnahmeuntersuchungen erfolgen und auf körperliche Probleme, Komplikationen und Notfälle schnell medizinisch reagiert werden kann.