Blick auf die Psychosomatische Klinik Kloster Dießen

Psychosomatische Klinik Kloster Dießen GmbH & Co. KG
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86911 Dießen

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PRESSEINFO:Mediensucht hat viele Gesichter: Symposium in Dießen beleuchtet digitale Verhaltenssüchte und neue Risikogruppen

Aktuelle Forschung und Austausch für Betroffene, Angehörige und Fachleute am 11. und 12. Juni in Dießen

Dießen am Ammersee, 8.6.2026 – Wenn von Mediensucht die Rede ist, denken viele zunächst an Jugendliche, die stundenlang Computerspiele spielen. Diese Vorstellung wird der Realität jedoch nicht mehr gerecht. Wie vielfältig die Formen problematischer und pathologischer Mediennutzung heute sind und welche Auswirkungen Smartphones, soziale Medien und digitale Plattformen auf Menschen aller Altersgruppen haben, steht im Mittelpunkt des 15. Symposiums des Fachverbands Medienabhängigkeit e.V., das am 11. und 12. Juni im Traidtcasten in Dießen stattfindet. Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Professor Hendrik Streeck, hat für diese Veranstaltung die Schirmherrschaft übernommen. Das Symposium richtet sich sowohl an Fachleute als auch an Betroffene, Angehörige und interessierte Bürgerinnen und Bürger. 

 

Digitale Verhaltenssüchte betreffen immer mehr Menschen

Unter dem Titel „The Datafication of Life“ diskutieren führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuelle Entwicklungen rund um die sogenannten Internetnutzungsstörungen und digitale Verhaltenssüchte. „Die digitale Welt begleitet uns heute rund um die Uhr. Dadurch verändern sich auch die Formen von Internetsucht“, erklärt Prof. Dr. med. Bert te Wildt, Chefarzt der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen und Experte für Internetnutzungsstörungen. „Neben Computerspielen spielen heute insbesondere Smartphones, soziale Medien, Streaming-Angebote und Online-Shopping eine immer größere Rolle. Betroffen sind längst nicht mehr nur junge Männer, sondern zunehmend Frauen, aber auch Kinder und Jugendliche.“

 

Internetsucht im Fokus der Forschung

Einer der renommiertesten Referenten des Symposiums ist Prof. Dr. Hans-Jürgen Rumpf von der Universität zu Lübeck. In seinem Vortrag „Internetnutzungsstörungen im Lebensverlauf. State of the Art“ gibt er einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung. Rumpf engagierte sich über viele Jahre in internationalen Expertengremien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die wissenschaftliche Anerkennung der Computerspielstörung. Mit Erfolg: Seit der Einführung der ICD-11 wird die sogenannte „Gaming Disorder“ von der WHO offiziell als Verhaltenssucht klassifiziert. Dadurch stehen Ärztinnen und Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten erstmals international einheitliche Diagnosekriterien zur Verfügung. Gleichzeitig verbessert die Anerkennung die Grundlage für Forschung, Prävention und Behandlung und erleichtert Betroffenen den Zugang zu einer gezielten Versorgung.

 

Online-Kaufsucht als unterschätztes Risiko

Die Diskussion um Mediensucht reicht inzwischen jedoch weit über das Thema Computerspiele hinaus. Besonders deutlich wird dies im Vortrag von Susanne Gutzeit zum Thema „Online-Kaufsucht kennt kein Alter – zur lebenslangen Dynamik einer unterschätzten Verhaltenssucht“. Online-Shopping ist heute nur wenige Klicks entfernt – und oft direkt in soziale Medien integriert. Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook verbinden Unterhaltung, Werbung und Einkaufsmöglichkeiten nahtlos miteinander. Algorithmen präsentieren Nutzerinnen und Nutzern passgenaue Angebote; Influencerinnen und Influencer schaffen Kaufanreize, und das Smartphone wird zum ständigen Einkaufsbegleiter. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Kommunikation, Unterhaltung und Konsum. Besonders problematisch: Die Dynamik betrifft Menschen aller Altersgruppen und wird häufig erst erkannt, wenn sich eine dramatische Verschuldung ergeben hat.

 

Das Symposium zeigt, wie stark sich die Perspektive auf Medienabhängigkeit in den vergangenen Jahren verändert hat. Statt einzelne Anwendungen oder Zielgruppen isoliert zu betrachten, rücken die Mechanismen digitaler Plattformen und ihre Auswirkungen auf das alltägliche Leben in den Fokus. 

 

Veranstaltungsdetails

Symposium des Fachverbands Medienabhängigkeit e.V.

11. und 12. Juni 2026
Traidtcasten, Klosterhof 10, 86911 Dießen am Ammersee

Weitere Informationen und Anmeldung:
www.fv-medienabhaengigkeit.de

 

Information an die Redaktion

Bei Interesse an Interviewterminen oder weiterführenden Informationen wenden Sie sich bitte an den untenstehenden Pressekontakt. Bilder zur Veranstaltung stellen wir Ihnen auf Anfrage nach der Veranstaltung gerne zur Verfügung.

 

Über die Psychosomatische Klinik Kloster Dießen

Die Psychosomatische Klinik Kloster Dießen ist eine Akutklinik am Ammersee, in der ein erfahrenes Team aus Ärzten und Therapeuten erwachsene Patienten aus dem gesamten Fachgebiet der Psychosomatik behandelt. Im Vordergrund stehen vor allem Störungen wie Depression und Burnout, Verhaltenssüchte wie Internetabhängigkeit und Essstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen sowie somatoforme und Persönlichkeitsstörungen. In den modern und hochwertig umgebauten Räumen des ehemaligen St. Vinzenz-Klosters gibt es insgesamt 98 Betten. Im Rahmen des therapeutischen Konzeptes trägt auch der besondere Ort mit seiner Ruhe, Kultur und Natur zur Gesundung der Patienten bei.

 

Pressekontakt

Julia Benninger

Psychosomatische Klinik Kloster Dießen – Unternehmenskommunikation

Klosterhof 20

86911 Dießen

julia.benninger@artemed.de, 01577-9013947

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