Dießen am Ammersee, 16.7.2026 – Mit der Ausstellung „Erwachen “ mit Fotos und Videos von Charlotte Fechner ist Anfang Juli ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt des Heimatvereins Dießen und der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen erfolgreich zu Ende gegangen. Erstmals realisierten beide Partner eine gemeinsame Kunstausstellung und öffneten dafür zwei besondere Orte des historischen Klosterensembles: den Taubenturm und die Klostergalerie im Flur der Klinik. Die Ausstellung lud zahlreiche Besucherinnen und Besucher dazu ein, Kunst in einem außergewöhnlichen architektonischen Umfeld zu erleben und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Zwei Ausstellungsorte, ein gemeinsames Konzept
Die zweiteilige Ausstellung verband die horizontalen Räume der Klostergalerie mit den vertikalen Ebenen des Taubenturms. Zur Vernissage am 12. Juni eröffnete Charlotte Fechner ihr Projekt mit einer Performance im ehemaligen Konventgebäude zwischen beiden Ausstellungsorten und schuf damit eine Verbindung – sowohl zwischen den beiden Gebäuden als auch zwischen der Kunst und dem Publikum.
Für die Psychosomatische Klinik war die Ausstellung auch Ausdruck ihres Anspruchs, das ehemalige Kloster nicht nur als medizinischen Behandlungsort, sondern auch als lebendigen kulturellen Begegnungsraum zu gestalten. Die Kooperation mit dem Heimatverein Dießen eröffnete dafür neue Perspektiven und brachte Menschen zusammen.
Kunst zwischen Verletzlichkeit und Hoffnung
Charlotte Fechner arbeitet an der Schnittstelle von Fotografie, Performance und Video. Sie wechselte 2016 aus der Heilkunst in die Bildende Kunst. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen Fragen nach Identität, Weiblichkeit, Verletzlichkeit und dem Menschen im Raum. Das Motiv dafür ist sie selbst. Ihre Fotografien entstehen performativ, das heißt wie eine Art Performance vor sich selbst, und thematisieren das Dilemma zwischen Verbergen und Offenbaren, sowie zwischen Selbstschutz und Befreiung. Diese Auseinandersetzung war auch in „Erwachen “ spürbar: Ihre Arbeiten verbanden Radikalität und Intensität mit Feinheit, Sensitivität und Vorsicht und eröffneten den Betrachtenden Raum für eigene Assoziationen. Viele Besucherinnen und Besucher nahmen die Ausstellung zum Anlass, über Verletzlichkeit, Wandlung und persönliche Entwicklung ins Gespräch zu kommen.
Gelungene Zusammenarbeit mit Perspektive
Die Ausstellung, die vom 12. Juni bis zum 3. Juli stattgefunden hat, zeigte, wie kulturelles Engagement Menschen über unterschiedliche Lebensbereiche hinweg miteinander verbinden kann. Die Zusammenarbeit zwischen dem Heimatverein Dießen und der Psychosomatischer Klinik Kloster Dießen machte das historische Klosterensemble als Ort der Begegnung neu erlebbar und unterstrich die Bedeutung von Kunst als Impulsgeber für Austausch und gesellschaftliche Teilhabe.
Charlotte Fechner blickt mit großer Freude auf die vergangenen Wochen zurück: „Die Zusammenarbeit zwischen Heimatverein und Psychosomatischer Klinik hat einen ganz besonderen Ausstellungsrahmen geschaffen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass meine Arbeiten an diesem Ort so offen aufgenommen wurden und viele persönliche Gespräche ausgelöst haben. Für mich ist genau das das Potenzial von Kunst: Kunst öffnet Tore, die es zu durchschreiten lohnt. Sie lädt ein zur Selbstreflexion oder zur Reflexion im Gespräch von Menschen miteinander“. „Es hat uns sehr gefreut, gemeinsam mit dem Heimatverein Dießen dieses besondere Projekt zu verwirklichen und die Werke von Charlotte Fechner in unseren Räumen präsentieren zu dürfen“, sagt Prof. Dr. med. Bert te Wildt, Chefarzt der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen. „Die positive Resonanz hat gezeigt, wie bereichernd der Dialog zwischen Kunst und Medizin sein kann.“
Auch Sylvia Franz, Kuratorin des Taubenturms im Heimatverein Dießen, zieht ein positives Fazit: „Die Kooperation hat deutlich gemacht, welches Potenzial in der Verbindung unserer beiden Einrichtungen liegt. Die Ausstellung hat viele Menschen erreicht und den historischen Klosterort auf neue Weise erlebbar gemacht.“
Mit „Erwachen “ ist damit nicht nur eine anspruchsvolle Ausstellung zu Ende gegangen, sondern auch der Auftakt einer Zusammenarbeit gelungen, die Lust auf weitere gemeinsame Kulturprojekte macht.
Über die Psychosomatische Klinik Kloster Dießen
Die Psychosomatische Klinik Kloster Dießen ist eine Fachklinik für die stationäre Behandlung psychosomatischer Erkrankungen. Sie wurde 2018 gegründet und befindet sich in den umgebauten Räumen des ehemaligen Klosters St. Vinzenz in Dießen am Ammersee. Als Teil der Artemed Klinikgruppe behandelt sie das gesamte Spektrum psychosomatischer Krankheitsbilder mit Schwerpunkten unter anderem auf stressbedingten psychischen Erkrankungen, Erschöpfungsdepressionen (Burnout) sowie Internet- und Computerspielsucht. Grundlage der Behandlung ist ein integratives Therapiekonzept, das psychodynamische und verhaltenstherapeutische Ansätze verbindet und von einem interdisziplinären Team umgesetzt wird.













