Krankenpflege und Co-Therapie

Krankenpflege und Co-Therapie

Der Pflege kommt in der Psychosomatik eine besondere Bedeutung zu. Sie bildet die Basis des jeweiligen therapeutischen Teams und hat eine wichtige Aufgabe in der Abstimmung des psychotherapeutischen Zusammenspiels von verschiedenen Behandlungsarten und Behandlern. Es ist zu betonen, dass die psychosomatische Pflege bestenfalls einen eigenen therapeutischen Anspruch beziehungsweise ein psychotherapeutisches Selbstverständnis hat. Dies kann in der co-therapeutischen Beteiligung an Gruppen zum Ausdruck kommen, aber auch im Rahmen eigener Gruppenangebote, beispielsweise im Sinne von Entspannungsverfahren, für die Schlafhygiene oder die Gesundheit von Bewegung und Ernährung. Darüber hinaus engagiert sich das Pflegeteam im Rahmen der natur- und tiergestützten Therapie im Klostergarten.

Ganz entscheidend für die therapeutische Haltung ist auch das Bezugspflegesystem, das für jeden Patienten einen Ansprechpartner aus dem jeweiligen Pflegeteam vorsieht. Die Pflegenden sind eine Berufsgruppe, die viel Zeit mit den Patienten verbringt, häufig als erster Ansprechpartner fungiert und von den Patienten besonders viel mitbekommt. Die Wahrnehmung der Patienten und ihrer Interaktionen im Alltag sind für eine umfassende Diagnostik und Behandlung von unersetzlichem Wert. Sie reflektieren und gestalten das therapeutische Milieu. Somit kommt der Pflege für die umfassende medizinische Versorgung und Behandlungssicherheit eine überaus wichtige Rolle zu.