Psychosomatische Klinik Kloster Dießen GmbH & Co. KG
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Literaturfestival am 9. und 10. September 2022

09.09.2022 - 20.00 Uhr

Aua! Geschichten vom Rande des Nervenkostüms

Datum: Freitag 09. / Samstag 10. September 2022

Uhrzeit: 20.00 Uhr

Ort: Traidtcasten, Klosterhof 20, Dießen

Aua! Geschichten vom Rande des Nervenkostüms widmet sich den Formen persönlicher Krisen einmal auf ganz andere Weise. Denn sechs Autor*innen aus dem hochkomischen Fach befassen sich mit den tiefkomischen Seiten der Psyche und den schillernden Blüten ihrer eigenen Psychologik. Lach- und launenhaft lesen sie sich an den zwei Abenden des Lesefestes an den Rand ihres Nervenkostüms und darüber hinaus.

 

An Tag 1 befassen sie sich mit der Frage: Wie gerät man eigentlich in eine Krise?

Ist Schiffbruch wirklich die beste Methode, wenn man Land gewinnen will? Oder kann die Krise ein Schnellzug sein? Und warum kommt man viel leichter ins Stammhirn hinein als heraus? Und wann ist eigentlich Krise? Reicht es, dass die Finanzen zerschlissen, das Nervenkostüm durchgewetzt und das Berufsbild verblasst ist? Was tun, wenn der Seelenbiber den Selbstwertbaum fällt, ihn zu einem Staudamm aufscheitert und im Stausee gefühlten Versagens fröhlich Fische fängt? Krisen sind zu ernst, um sie so zu nehmen.

An Tag 2 geht es dann um die Frage: Was kommt nach der Krise?

Wie überschreibt man den harten Kuss der Bordsteinkante? Was liegt hinter den Wänden, gegen die man soeben mit Vollgas gefahren war? Ist grandioses Scheitern die fröhlichste Form des Narzissmus? Sind Zwangsstörungen im Verkehr Fußgängerampeln auf reich befahrenen Umgehungsstraßen? Wie hilfreich ist Achtsamkeit eigentlich bei Zahlenphobie? Und schwimmen Schiffe nicht gerade deshalb im Wasser, weil sie es erfolgreich verdrängen? 

Die beiden Abende werfen ein lachendes Auge in die Kisten des Psychosprengstoffs. Denn keine Kunstform kann sich persönlichen Krisen hingebungsvoller, verständnisloser, liebevoller, bösartiger und aufrichtiger nähern, als die Komik. Und darin sind die auserlesenen Autor*innen, Kolumnist*innen und Vortragskünster*innen schlichtweg Meister*innen. Krisenfest, in satirischen und humoristischen Texten, unangemessen, unterhaltsam und ehrlich, bieten sie zwei fröhliche Leseabende zwischen Renitenz und Resilienz.

Auf der Spiegelneuronen-Bestsellerliste am 09. und 10. September:

Katinka Buddenkotte, Nadja Schlüter, Susanne M.Riedel, Wolfgang Lüchtrath, Christian Bartel, Anselm Neft

 

 

Die Autor*innen:

Nadja Schlüter, geboren 1986, hat Komparatistik studiert. Sie lebt als Autorin und Journalistin in München und schreibt für die Süddeutsche Zeitung und das JETZT-Magazin über Protest, Feminismus, soziale Gerechtigkeit und gute Serien.. Für den Wahlkampf 2016 berichtete sie drei Monate als Korrespondentin aus den USA. Ihr Erzählungsband „Einer hätte gereicht“ über Geschwisterverhältnisse erschien 2017 bei Voland & Quist.

Anselm Neft studierte Vergleichende Religionswissenschaft, Vor- und Frühgeschichte, Volkskunde sowie Philosophie und  lebt als Autor und Publizist in Hamburg, wo er den Literaturpodcast «Laxbrunch» unterhält. Seinen letzten Roman «Die bessere Geschichte» feierte die Kritik als so „mutigen wie bewegenden Roman“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). 2018 las er auf Einladung von Nora Gomringer bei den Klagenfurter Tagen der deutschsprachigen Literatur. Sein neuester Roman "Späte Kinder" erschien 2022 bei Rowohlt.

Susanne M. Riedel lebt mit ihrer Familie im geranienträchtigen Süden von Berlin und hat lange Jahre als Leiterin eines Krankenhaus-Sozialdienstes gearbeitet, wo sie schwerkranke Menschen beraten und Sterbende begleitet. Seit 2018 gehört sie der traditionsreichen Lesebühne „Der Frühschoppen“ an, seit 2020 der „Reformbühne Heim & Welt“. Zu Beginn der Corona-Pandemie entstand ein öffentlicher Briefwechsel mit Horst Evers. Ihre aktuelle Geschichtensammlung „Ich hab mit Ingwertee gegoogelt“ erschien 2021.

Katinka Buddenkotte wurde in Münster geboren, lebt und schreibt aber in Köln. Beides meist komisch. Dafür liest sie überall dort vor, wo sie gebraucht wird. In regelmäßigen Abständen geschieht das bei der Kölner Lesebühne „Rock n`Read“. Wenn sie gerade keine Romane verfasst (wie zuletzt „Eddie muss weg“, Satyr-Verlag), oder mit ihrem Solo-Programm durch die Lande tourt, ist sie mit kürzeren Werken beschäftigt, u.a. Kolumnen für taz und Titanic und als Autorin für "Sträters Männerhaushalt" (WDR).

Christian Bartel lebt als freier Autor in Bonn. Für seine Satiren wurde er 2018 mit dem Ben Witter-Preis ausgezeichnet. Bartel hat neben Kurzgeschichten-Bänden einen Roman und ein Sachbuch veröffentlicht. Daneben verdingt er sich als freier Redakteur und verfasst Radio-Geschichten für Erwachsene (SRF) und Kinder (rbb). Zuletzt erschienen der Band „Ich bin nicht in meinem Alter“ und die von ihm mit herausgegebene Anthologie „Als wir alle wahnsinnig wurden“ im Satyr-Verlag.

Wolfgang Lüchtrath, nach langen künstlerischen Wanderjahren in Berlin angekommen, begleitet er die deutschen Lesebühnen mit seinen Texten seit ihren Anfängen in den Nullerjahren. Er ist als Kabarettist mit Improvisationstheater im Fach Humor gesellschaftlich engagiert und darf sich „Zugelassener Heilpraktiker im Bereich der Psychotherapie“ nennen - mit einer Basisausbildung in integrativer Psychotherapie und allerlei weiteren Ausbildungen. Zum Thema „Am Rande des Nervenkostüms“ kann er einerseits aus seiner Arbeit an Berliner Tageskliniken schöpfen, als Trainer und Coach andererseits aus seinem Erlebnisfundus mit kreativen Krisenbewältigungsstrategien. Vor allem aber kann er sich als Autor auf ein artenreiches Blumenbeet eigener Krisen verlassen, die im Gestern und Heute muntere Blüten und Wurzeln schlagen.

 

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