Geschichte des Klosters Dießen

Die Psychosomatische Klinik Kloster Dießen wird in weltlicher Trägerschaft der Artemed-Klinikgruppe geführt. Sie fühlt sich aber gegenüber ihrer mehr als tausendjährigen monastischen Geschichte zu größtmöglichem Respekt verpflichtet. 

Anfang des 19. Jahrhundert war das Kloster schon einmal säkularisiert worden. Zuvor hatten hier über mehrere Jahrhunderte vor allem die Augustiner gelebt und gewirkt. Später waren es zunächst die Dominikanerinnen, die in den verbliebenen Gebäuden wieder eine klösterliche Gemeinschaft samt Mädchenschule errichteten. 

Vor genau 100 Jahren erwarben schließlich Vinzentinerinnen aus Augsburg das Konventgebäude. Sie beziehen sich auf das Wirken des heiligen Vinzenz von Paul, der im Jahre 1617 die erste „Bruderschaft der Damen der christlichen Liebe“ gründete, eine karitative Frauenvereinigung, die sich um Arme und Kranke sorgte. Den eigentlichen Orden gründete er gemeinsam mit Louise von Marillac. Noch heute beziehen sich die Vinzentinerinnen in ihrem Wertefundament auf diese beiden herausragenden Persönlichkeiten: „Für Vinzenz von Paul und Louise von Marillac war besonders Jesu Zuwendung zu den Notleidenden und Ausgegrenzten maßgebend. Auf ihren Spuren wollen wir den Menschen heute dienen.“ Im christlichen Glauben vertieft und verankert wirken die Vincenterinnen im Mutterhaus in Augsburg in praktischer Nächstenliebe weiter. Wenn sie nun das Kloster Dießen an ein Team psychotherapeutisch tätiger Mediziner, Psychologen und Pflegekräfte übergeben, erfolgt dies eingedenk dieses Anspruches, der mit den Visionen und Zielen der Artemed-Kliniken eine Schnittmenge bildet: „Oberstes Ziel der Artemed ist es, Menschen bei der Überwindung gesundheitlicher Einschränkungen ganzheitlich zu unterstützen. [...] Denn oberste Priorität hat immer der Mensch in seiner Individualität.“ Der ganzheitliche Ansatz der von uns praktizierten Medizin und Psychotherapie umfasst nicht zuletzt auch die Einbeziehung spiritueller Fragen des Denkens, Fühlens und Handelns unserer Patienten.